Osteomedicum Kiel · Patienteninformation

Eiseninfusion –
Ihr persönlicher Ratgeber

Alles Wichtige zu Ablauf, Verhalten nach der Infusion, Ferritin-Zielwerten und eisenreicher Ernährung – für einen erfolgreichen Therapieverlauf.

Ablauf & Überwachung
Ferritin-Management
Ernährungsempfehlungen

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01 — Ablauf

Ablauf der Eiseninfusion

Nach eingehender Untersuchung und Beratung erhalten Sie hier alle wichtigen Informationen zu den geplanten Eiseninfusionen. Die Infusionstherapie ist eine effektive Methode, um den Eisenhaushalt Ihres Körpers zuverlässig wiederherzustellen.

Schritt 1

Vorbereitung

Ihr Arzt überprüft Ihre Anamnese erneut und stellt sicher, dass keine Kontraindikationen vorliegen. Dies umfasst die Prüfung von Allergien, aktuellen Medikamenten und einer etwaigen Schwangerschaft.

Schritt 2

Durchführung

Das Eisenpräparat wird intravenös über einen Venenzugang langsam verabreicht. Die genaue Infusionsdauer hängt vom verwendeten Präparat ab und wird von Ihrem Arzt individuell festgelegt.

Schritt 3

Überwachung

Während der Infusion werden Sie sorgfältig überwacht. Medizinisches Fachpersonal steht Ihnen jederzeit zur Seite. Nach der Infusion empfehlen wir, noch 30 Minuten in der Praxis zu verbleiben.

Wichtig: Bei Infektzeichen

Bei Anzeichen eines Infekts – wie Fieber, Halsschmerzen oder grippeähnlichen Symptomen – informieren Sie bitte umgehend Ihren Arzt. In solchen Fällen kann eine vorübergehende Unterbrechung der Infusion notwendig sein.

Leber-Scharfgarbenwickel

Wir empfehlen die Anwendung eines Leber-Scharfgarbenwickels im Bereich des rechten Oberbauchs vor jeder Infusion. Dieser Wickel unterstützt die Durchblutung und Funktion der Leber und begünstigt damit die Verwertung des Eisenpräparats. Ihr Arzt erklärt Ihnen die genaue Anwendung.


02 — Präparat

Ferinject – das Eisenpräparat

Ferinject (Wirkstoff: Eisencarboxymaltose) ist ein modernes, hochdosiertes intravenöses Eisenpräparat. Es ermöglicht die Gabe großer Eisenmengen in einer einzigen Infusion und wird besonders gut vertragen.

Im Vergleich zu älteren Präparaten wie Eisen(III)-Sucrose (FerMed) kann Ferinject in höheren Einzeldosen verabreicht werden, was die Anzahl der notwendigen Infusionen reduziert und den Therapiekomfort erhöht.

Mögliche Nebenwirkungen von Ferinject

  • Vorübergehende Hypophosphatämie (niedriger Phosphatspiegel)
  • Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit (selten)
  • Hautverfärbung an der Einstichstelle bei Paravasation
  • Allergische Reaktionen (sehr selten – daher Überwachung)
EigenschaftFerinjectFerMed (Sucrose)
WirkstoffEisencarboxymaltoseEisen(III)-Sucrose
Max. Einzeldosis1.000 mg200 mg
Infusionsdauer≥ 15 min30–60 min
Infusionen gesamt1–2ca. 6
ZulassungAb 1 g DefizitStandard

Faustregel (FerMed): 100 mg Eisen erhöhen den Ferritinspiegel um ca. 12,5 µg/l. Bei einem Ausgangswert von 20–30 µg/l werden in der Regel 6 Infusionen à 200 mg benötigt (Gesamtmenge: 1.200 mg Eisen in 3 Wochen).


03 — Nachsorge

Verhalten nach der Infusion

Wartezeit in der Praxis

30 Minuten

Bitte bleiben Sie nach der Infusion noch mindestens 30 Minuten in der Praxis, damit wir eventuelle unmittelbare Reaktionen beobachten können.

Am Infusionstag

  • Ausreichend trinken – mindestens 1,5–2 Liter Wasser
  • Leichte Mahlzeit vor der Infusion einnehmen
  • Bequeme Kleidung mit gut zugänglichen Armen tragen
  • Ruhige Aktivitäten nach der Infusion bevorzugen
  • Keinen intensiven Sport am Infusionstag
  • Kein Alkohol am Infusionstag
  • Keine Sauna oder Hitzeexposition direkt danach
Ärztliche Beratung

In den Tagen danach

  • Eisenreiche Ernährung konsequent fortführen
  • Vitamin C zu eisenreichen Mahlzeiten einnehmen
  • Auf Ihren Körper hören – leichte Müdigkeit ist normal
  • Regelmäßige, moderate Bewegung (Spazierengehen)
  • Kaffee und schwarzen Tee nicht direkt zu Mahlzeiten
  • Keine Kalzium-Supplemente direkt zu eisenreichen Mahlzeiten

04 — Zielwerte

Ferritin-Zielwerte & Therapieziel

Unser Therapieziel ist es, Ihren Ferritinwert auf einen Bereich von 200–300 ng/ml anzuheben. Dieser Puffer gewährleistet einen ausreichenden Eisenspeicher und hilft, zukünftige Schwankungen im Eisenhaushalt frühzeitig auszugleichen.

Ferritin-Skala (ng/ml)

050100200300500+
Schwerer Mangel (< 15)
Mangel (15–50)
Suboptimal (50–100)
Zielbereich (200–300)
Optimal (300+)

Therapieplanung (FerMed-Beispiel)

  • • Ausgangswert ca. 20–30 ng/ml
  • • 6 Infusionen à 200 mg Eisen(III)-Sucrose
  • • Gesamtmenge: 1.200 mg Eisen
  • • Zeitraum: ca. 3 Wochen (2× pro Woche)
  • • 100 mg Eisen ≈ +12,5 µg/l Ferritin

Therapieplanung (Ferinject-Beispiel)

  • • Ausgangswert ca. 20–30 ng/ml
  • • 1–2 Infusionen à 500–1.000 mg
  • • Gesamtmenge: bis zu 1.000 mg pro Sitzung
  • • Deutlich weniger Praxisbesuche nötig
  • • Schnellere Normalisierung der Werte

05 — Ernährung

Eisenreiche Ernährung

Parallel zur Infusionstherapie ist eine eisenreiche Ernährung essenziell, um den Therapieerfolg langfristig zu sichern. Wählen Sie Ihre Ernährungsweise und entdecken Sie die besten Eisenquellen.

Eisenreiche Lebensmittel
LebensmittelEisen / 100 g
Sojaschnetzel (TVP)
11 mg
Linsen
8 mg
Kidneybohnen
7 mg
Weiße Bohnen
6.4 mg
Kichererbsen
6.1 mg
Schwarze Bohnen
5 mg
Tofu
2.8 mg

06 — Resorption

Eisenaufnahme verbessern

Resorption fördern

  • Vitamin C

    Nehmen Sie zu jeder eisenreichen Mahlzeit Vitamin C ein (z. B. Orangensaft, Paprika, Zitronensaft). Es erhöht die Aufnahme von pflanzlichem Eisen um das 3–6-fache.

  • Häm-Eisen (Fleisch & Fisch)

    Häm-Eisen aus tierischen Quellen wird 2–3× besser aufgenommen als pflanzliches Nicht-Häm-Eisen. Kleine Fleischmengen verbessern auch die Aufnahme von pflanzlichem Eisen in derselben Mahlzeit.

  • Fermentierte Lebensmittel

    Sauerteigbrot, Joghurt und fermentiertes Gemüse reduzieren Phytate, die die Eisenaufnahme hemmen.

  • Eingeweichte Hülsenfrüchte

    Hülsenfrüchte vor dem Kochen 8–12 Stunden einweichen und das Einweichwasser wegschütten – reduziert Phytate erheblich.

Resorption hemmen – vermeiden

  • Kaffee & schwarzer Tee

    Polyphenole und Tannine binden Eisen und reduzieren die Aufnahme um bis zu 60–90 %. Mindestens 1 Stunde Abstand zu eisenreichen Mahlzeiten einhalten.

  • Kalzium-reiche Lebensmittel

    Milch, Käse und Kalzium-Supplemente hemmen die Eisenaufnahme. Milchprodukte nicht gleichzeitig mit eisenreichen Mahlzeiten konsumieren.

  • Phytate (Vollkorn, Hülsenfrüchte)

    In unverarbeiteter Form hemmen Phytate die Eisenaufnahme. Durch Einweichen, Keimen oder Fermentieren lässt sich dieser Effekt deutlich reduzieren.

  • Oxalate (Spinat, Mangold)

    Trotz hohem Eisengehalt ist die Bioverfügbarkeit durch Oxalate eingeschränkt. Kurzes Blanchieren und Kombination mit Vitamin C verbessern die Aufnahme.


07 — Monitoring

Blutwertüberwachung

2–3 Wochen nach letzter Infusion

Erste Kontrolle

Blutentnahme zur Überprüfung der Ferritin- und Eisenwerte. Online-Terminbuchung möglich.

Alle 3 Monate

Folgekontrollen

Regelmäßige Laborwertkontrollen in den nächsten 12 Monaten zur Verlaufsüberwachung.

Dauerhaft

Langzeitziel

Ferritinwert stabil bei ca. 200 ng/ml halten. Bei Abfall rechtzeitig Anpassungen vornehmen.

Hinweis zur Ursachenabklärung: Sollten die Ursachen für Ihren Eisenmangel noch nicht bekannt sein, werden wir weitere Untersuchungen einleiten. Häufige Ursachen sind: erhöhter Bedarf (Schwangerschaft, Wachstum, Sport), verminderte Aufnahme (Zöliakie, Morbus Crohn) oder chronische Blutverluste.

Kontrolltermin oder Blutentnahme vereinbaren

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08 — Hinweise

Wichtige Hinweise

Sofort melden

  • Atemnot, Engegefühl in der Brust oder Herzrasen
  • Starke Übelkeit oder Erbrechen nach der Infusion
  • Hautausschlag, Juckreiz oder Schwellungen
  • Starke Kopfschmerzen oder Schwindel
  • Fieber oder Schüttelfrost

Normale Begleiterscheinungen

  • Leichte Müdigkeit in den ersten 24 Stunden
  • Geringe Rötung an der Einstichstelle
  • Leichtes Wärmegefühl während der Infusion
  • Metallischer Geschmack im Mund (kurzzeitig)
  • Leichte Kopfschmerzen (vergehen meist rasch)

Dosisrechner

09 — Rechner

Eisen-Dosisrechner

Berechnen Sie Ihren persönlichen Eisenbedarf und die empfohlene Anzahl an Infusionen – basierend auf Ihren aktuellen Blutwerten.

Ihre Ferritin-Werte

200 µg/l
100 µg/l300 µg/l
30 µg/l
0 µg/l150 µg/l

Unsere Empfehlung

Geschätzter Eisenbedarf

1275 mg

Ferinject (Eisencarboxymaltose, à 500 mg)

3 Infusionen

FerMed (Eisen-III-Sucrose, à 200 mg)

7 Infusionen

Hinweis: Dieser Rechner liefert eine orientierende Schätzung. Die tatsächliche Dosierung wird individuell von Dr. Teichgräber festgelegt.→ Jetzt Infusionstermin buchen
Formel (Ferritin-Methode): Eisenbedarf (mg) = Ferritin-Differenz × 7,5. Grundlage: 200 mg Eisen i.v. heben den Ferritinspiegel um ca. 26,7 µg/l (entspricht 100 mg → +13,3 µg/l).

Quellen & Referenzen

  • Bundeslebensmittelschlüssel (BLS 3.02) – blsdb.de
  • DGE/ÖGE-Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Eisen – dge.de
  • Leitzmann C., Keller M. (2020): Vegetarische und vegane Ernährung, 4. Aufl., Verlag Eugen Ulmer Stuttgart
  • Souci S.W., Fachmann W., Kraut H. (2008): Die Zusammensetzung der Lebensmittel-Nährwert-Tabellen. MedPharm Scientific Publishers, Stuttgart